Reverse DNS (PTR) für Mailserver: Was es ist und wie du es richtig einrichtest

Ein fehlender oder falscher Reverse-DNS-Eintrag ist einer der häufigsten Gründe, warum Mails eines eigenen Servers abgelehnt werden. Gmail weist Mails ohne gültigen PTR-Eintrag inzwischen ab. Was Reverse DNS ist, wie es richtig aussieht und wo du den Eintrag setzt.

Was Reverse DNS ist

Normales DNS beantwortet die Frage „Welche IP gehört zu mail.beispiel.de?“. Reverse DNS beantwortet die umgekehrte Frage: „Welcher Name gehört zur IP 203.0.113.10?“. Die Antwort steht in einem PTR-Eintrag:

10.113.0.203.in-addr.arpa.  PTR  mail.beispiel.de.

Die IP steht dabei rückwärts unter in-addr.arpa (bei IPv6 unter ip6.arpa). Für dich zählt nur: Zu jeder IP, von der du Mails verschickst, gehört genau ein solcher Eintrag.

Warum Postfächer darauf achten

Ein empfangender Server sieht als Erstes die IP, die sich mit ihm verbindet. Spam kommt zu einem großen Teil von gekaperten Heimrechnern und billig angemieteten Servern. Diese haben fast nie einen sauberen Namen. Ein passender Reverse-DNS-Eintrag zeigt dagegen: Hier betreibt jemand bewusst einen Mailserver.

So sieht es richtig aus

Richtig ist ein Eintrag, der drei Bedingungen erfüllt:

  1. Es gibt einen PTR-Eintrag für die Absender-IP.
  2. Der Name zeigt zurück auf dieselbe IP. Man nennt das forward-confirmed reverse DNS (FCrDNS): mail.beispiel.de hat einen A-Eintrag (bzw. AAAA) mit genau dieser IP.
  3. Der Name ist kein generischer Provider-Name, sondern der Name deines Mailservers. Ideal: derselbe Name, mit dem sich dein Server im SMTP-Gespräch meldet (HELO bzw. EHLO).
SituationBewertung
PTR mail.beispiel.de, A-Eintrag zeigt zurück, HELO mail.beispiel.deIdeal
PTR mail.beispiel.de, aber kein A-Eintrag dafürNicht bestätigt – wird oft wie fehlend gewertet
PTR static-203-0-113-10.provider.exampleGenerisch – wirkt wie ein Einwahl- oder Billigserver
Kein PTR-EintragGmail lehnt ab, viele andere werten stark ab

Der Name muss übrigens nicht zur Domain in der Absenderadresse passen. Ein Server mail.beispiel.de darf problemlos Mails für viele Domains versenden – dafür sind SPF und DKIM da.

Wo du den PTR-Eintrag setzt

Hier liegt die häufigste Verwirrung: Den PTR-Eintrag setzt nicht, wer die Domain verwaltet, sondern wer die IP-Adresse besitzt. Das ist dein Hoster oder Rechenzentrum, nicht dein Domain-Anbieter.

Reihenfolge: Lege zuerst den A-Eintrag (bzw. AAAA) für den Namen an, dann den PTR. Manche Hoster prüfen beim Setzen, ob der Name schon auf die IP zeigt.

Sonderfall IPv6

Hat dein Server eine IPv6-Adresse, verschickt er Mails an große Anbieter oft bevorzugt darüber. Dann braucht auch die IPv6-Adresse einen PTR-Eintrag mit passendem AAAA-Eintrag. Gerade das wird gern vergessen: Über IPv4 klappt alles, über IPv6 lehnt Gmail ab.

Wenn du IPv6 für den Versand nicht sauber einrichten kannst, stelle deinen Mailserver so ein, dass er nur über IPv4 versendet (bei Postfix etwa inet_protocols = ipv4).

So prüfst du es

Auf der Kommandozeile:

dig -x 203.0.113.10 +short        → mail.beispiel.de.
dig mail.beispiel.de A +short     → 203.0.113.10

Beide Antworten müssen zueinander passen. Einfacher geht es mit dem Test auf der Startseite: Postwacht prüft Reverse DNS, die Rückbestätigung und den HELO-Namen an einer echten Mail – also genau mit der IP, über die dein Server tatsächlich versendet.