SPF, DKIM und DMARC einfach erklärt – mit Beispielen und typischen Fehlern
SPF, DKIM und DMARC sind drei DNS-Einträge, mit denen Postfächer erkennen, ob eine Mail wirklich von dir stammt. Fehlen sie oder sind sie falsch, landen deine Mails im Spam – oder Betrüger können in deinem Namen schreiben. So funktionieren sie, so sehen sie aus, und das sind die häufigsten Fehler.
Das Prinzip in einem Bild
Stell dir einen Brief vor. SPF ist die Liste der Postämter, die Briefe mit deinem Absender abgeben dürfen. DKIM ist ein Siegel auf dem Umschlag, das beweist, dass der Inhalt unterwegs nicht verändert wurde. DMARC sagt dem Empfänger, was er tun soll, wenn Absender und Siegel nicht zusammenpassen – und schickt dir auf Wunsch einen Bericht darüber.
SPF: Wer darf für deine Domain senden?
SPF (Sender Policy Framework) ist ein TXT-Eintrag direkt auf deiner Domain. Er listet alle Server und Dienste auf, die Mails für diese Domain verschicken dürfen:
beispiel.de. TXT "v=spf1 ip4:203.0.113.10 include:_spf.newsletter-tool.example ~all"
ip4:undip6:erlauben einzelne Adressen oder Netze.include:übernimmt die Liste eines Dienstes, etwa deines Newsletter-Tools.~allheißt: Alle anderen sind verdächtig.-allheißt: Alle anderen sind nicht erlaubt.
Geprüft wird übrigens nicht die sichtbare Absenderadresse, sondern die technische Rücksendeadresse (Return-Path). Warum das wichtig ist, steht unter Alignment.
DKIM: Die digitale Unterschrift
Bei DKIM (DomainKeys Identified Mail) signiert der versendende Server jede Mail mit einem geheimen Schlüssel. Den passenden öffentlichen Schlüssel legst du im DNS ab, unter einem Namen, den man Selektor nennt:
s1._domainkey.beispiel.de. TXT "v=DKIM1; k=rsa; p=MIIBIjANBgkqhkiG9w0BAQEFAAOCAQ8AMIIBCgKCAQEA…"
Das empfangende Postfach liest den Selektor aus der Mail, holt den Schlüssel aus dem DNS und prüft die Signatur. Wurde die Mail unterwegs verändert, schlägt die Prüfung fehl. Jeder Dienst, der für dich sendet, braucht eine eigene Signatur – meist bekommst du dafür vom Dienst einen fertigen Eintrag, oft als CNAME.
Verwende Schlüssel mit 2048 Bit. 1024 Bit gelten als zu schwach und werden zunehmend abgewertet.
DMARC: Die Spielregeln
DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance) ist ein TXT-Eintrag unter _dmarc. Er verbindet SPF und DKIM mit der sichtbaren Absenderadresse und legt fest, was mit Mails passiert, die durchfallen:
_dmarc.beispiel.de. TXT "v=DMARC1; p=quarantine; rua=mailto:dmarc-berichte@beispiel.de"
| Teil | Bedeutung |
|---|---|
p=none | Nur beobachten, nichts abweisen. Gut zum Start. |
p=quarantine | Mails, die durchfallen, landen im Spam. |
p=reject | Mails, die durchfallen, werden abgewiesen. Der beste Schutz vor Fälschungen. |
rua= | Adresse für tägliche Sammelberichte: wer alles in deinem Namen sendet und ob es besteht. |
pct= | Anteil der Mails, auf den die Regel angewendet wird (Standard 100). |
Alignment: Der Punkt, an dem es am häufigsten scheitert
Eine Mail besteht DMARC nur, wenn SPF oder DKIM besteht und die geprüfte Domain zur sichtbaren Absenderadresse passt. Genau das fehlt oft:
- Dein Newsletter-Tool verschickt mit der Rücksendeadresse
bounce@mail.newsletter-tool.example. SPF besteht – aber für die Domain des Tools, nicht für deine. Das zählt für DMARC nicht. - Das Tool signiert mit DKIM, aber mit
d=newsletter-tool.example. Auch das passt nicht zuFrom: news@beispiel.de.
Die Lösung ist fast immer, im Tool die eigene Domain zu „authentifizieren“: Du legst die angezeigten DKIM-Einträge (und oft eine eigene Rücksende-Domain) in deinem DNS an. Danach signiert das Tool mit d=beispiel.de, und DMARC besteht.
DMARC einführen in drei Stufen
- Beobachten:
p=nonemitrua=anlegen und zwei bis vier Wochen Berichte sammeln. So siehst du alle Dienste, die in deinem Namen senden – auch die vergessenen wie Rechnungsprogramm oder Kontaktformular. - Absichern: Wenn alle echten Absender SPF oder DKIM mit passender Domain bestehen, auf
p=quarantineumstellen. - Abschließen: Nach weiteren Wochen ohne Probleme auf
p=rejectgehen. Ab jetzt kann niemand mehr glaubwürdig in deinem Namen schreiben.
Die häufigsten Fehler
| Fehler | Folge | Lösung |
|---|---|---|
| Zwei SPF-Einträge auf derselben Domain | SPF ist ungültig (permerror) | Alles in einen Eintrag zusammenführen |
| Mehr als 10 DNS-Abfragen im SPF | SPF ist ungültig (permerror) | Unnötige include: entfernen, wo möglich ip4: verwenden |
+all im SPF | Jeder darf in deinem Namen senden | ~all oder -all verwenden |
| Dienst vergessen (CRM, Shop, Ticketsystem) | Dessen Mails fallen durch | DMARC-Berichte auswerten, Dienst in SPF bzw. DKIM aufnehmen |
| DKIM-Schlüssel mit 1024 Bit | Schwächere Bewertung | Neuen 2048-Bit-Schlüssel erzeugen |
DMARC dauerhaft auf p=none | Kein Schutz vor Fälschungen | Stufenplan oben durchlaufen |
| Kein Alignment beim Newsletter-Tool | DMARC fällt durch, obwohl SPF und DKIM „bestehen“ | Eigene Domain im Tool authentifizieren |
Du willst wissen, wie es bei dir aussieht? Der Test auf der Startseite prüft alle drei Einträge an einer echten Mail und schlägt die passenden DNS-Einträge direkt vor.